n8n, Make und Zapier versprechen dasselbe: Tools verbinden und Abläufe automatisch laufen lassen. Seit alle drei KI-Agenten und LLM-Schritte anbieten, ist die Wahl schwieriger geworden – und wichtiger. Die falsche Plattform kostet nicht nur mehr Geld. Sie entscheidet darüber, wohin Ihre Daten fließen, wie komplex Ihre Automatisierungen werden können und wie aufwendig ein späterer Wechsel ist.
Wir bauen Automatisierungen auf allen drei Plattformen. Dieser Vergleich der Automatisierungstools n8n, Make und Zapier basiert auf echten Kundenprojekten, nicht auf Funktionslisten. Er behandelt die Preismodelle anhand eines durchgerechneten Beispiels, die KI-Funktionen, den Datenschutz nach DSGVO, den tatsächlichen Aufwand für selbst gehostetes n8n, drei typische KI-Workflows und eine einfache Regel, welches Tool wann passt.
Was ist der Unterschied zwischen n8n, Make und Zapier?
Alle drei sind Plattformen zur Workflow-Automatisierung, richten sich aber an unterschiedliche Nutzer. Zapier setzt auf Tempo und Einfachheit: Auslöser wählen, Aktionen hinzufügen, fertig. Make bietet eine visuelle Arbeitsfläche, auf der Sie Verzweigungen, Schleifen und Datentransformationen ohne Code abbilden. n8n ist das technischste der drei Tools: ein knotenbasierter Editor, den Sie selbst hosten, mit JavaScript oder Python erweitern und für komplexe KI-Agenten nutzen können.
| n8n | Make | Zapier | |
|---|---|---|---|
| Self-Hosting & Datenkontrolle | |||
| Größe des App-Katalogs | |||
| KI-Agenten & LLM-Workflows | |||
| Komplexe Logik & Datenverarbeitung | |||
| Bedienbarkeit ohne Entwickler | |||
| Kosteneffizienz bei hohem Volumen | |||
| DSGVO-Freundlichkeit |
n8n vs. Make vs. Zapier: Wie unterscheiden sich die Preise?
Die drei Plattformen rechnen grundlegend unterschiedlich ab – und das ist wichtiger als der Listenpreis eines einzelnen Tarifs. Preise und Kontingente ändern sich regelmäßig, prüfen Sie daher die aktuellen Seiten der Anbieter. Die zugrunde liegenden Abrechnungsmodelle sind deutlich stabiler:
| Plattform | Wofür Sie zahlen | Was das in der Praxis bedeutet |
|---|---|---|
| Zapier | Tasks – jeder erfolgreiche Aktionsschritt zählt | Ein Workflow mit fünf Aktionen kostet fünf Tasks pro Durchlauf. Bei mehrstufigen Workflows steigen die Kosten schnell. |
| Make | Operations bzw. Credits – jedes ausgeführte Modul zählt | Pro Schritt günstiger als Zapier, aber Schleifen und große Datenmengen verbrauchen Credits schnell. |
| n8n Cloud | Workflow-Ausführungen – ein Durchlauf zählt einmal, egal wie viele Schritte er hat | Komplexe Workflows mit vielen Schritten sind deutlich günstiger als bei Abrechnung pro Schritt. |
| n8n self-hosted | Ihr eigener Server; die Community Edition ist kostenlos selbst hostbar | Das Volumen beeinflusst die Kosten kaum. Stattdessen zahlen Sie für Hosting und Wartung. |
Unsere Faustregel aus Projekten: Bei einer Handvoll einfacher Workflows ist der Komfort von Zapier seinen Preis wert. Sobald Sie Tausende mehrstufige Ausführungen pro Monat betreiben – typisch für KI-Workflows, die Daten klassifizieren, anreichern und weiterleiten –, wird die Abrechnung pro Schritt zum größten Kostentreiber, und n8n liegt klar vorn.
Was bedeutet Abrechnung pro Schritt vs. pro Ausführung für einen echten Workflow?
Abstrakte Preismodelle lassen sich schwer vergleichen. Deshalb hier die Rechnung für einen konkreten Workflow – ohne Währung, nur mit den Abrechnungseinheiten, die jede Plattform zählen würde.
Nehmen wir einen KI-Workflow mit sechs abrechenbaren Schritten: neuen Formulareintrag lesen, Unternehmen im CRM nachschlagen, ein LLM klassifizieren und zusammenfassen lassen, Ergebnis zurückschreiben, den Vertriebskanal benachrichtigen und den Durchlauf protokollieren. Er läuft 10.000-mal im Monat.
- Abrechnung pro Schritt (Zapier-Tasks, Make-Operations): 6 Schritte × 10.000 Durchläufe = 60.000 abrechenbare Einheiten pro Monat. Die Details unterscheiden sich – Zapier zählt den Auslöser nicht, Make zählt jedes ausgeführte Modul –, die Größenordnung ist aber dieselbe.
- Abrechnung pro Ausführung (n8n Cloud): 10.000 Durchläufe = 10.000 Ausführungen, egal ob der Workflow sechs oder sechzig Schritte hat.
- n8n self-hosted: 10.000 Durchläufe auf Ihrem eigenen Server. Die Grenze setzen CPU und Arbeitsspeicher, kein Kontingent.
Noch größer wird der Abstand, wenn Workflows Schleifen durchlaufen. Angenommen, ein Dokumenten-Workflow verarbeitet Rechnungen mit durchschnittlich 20 Positionen und führt pro Position zwei Schritte aus (auslesen, prüfen). Bei Abrechnung pro Schritt kommen so 40 Einheiten pro Rechnung zu den festen Schritten hinzu; bei Abrechnung pro Ausführung bleibt die Rechnung eine einzige Ausführung. Genau deshalb spielt das Abrechnungsmodell bei KI-Workflows – die oft über Einträge iterieren, Wiederholungen auslösen und verzweigen – die größte Rolle.
Was die Rechnung nicht zeigt: Auch Tarife mit Abrechnung pro Ausführung haben Grenzen (parallele Ausführungen, Ausführungshistorie, Funktionen je nach Stufe), und Self-Hosting verursacht echte Personalkosten. Für eine Schätzung auf Basis eingesparter Arbeitsstunden nutzen Sie unseren ROI-Rechner.
Welches Tool eignet sich am besten für KI-Agenten?
Alle drei bieten inzwischen KI-Funktionen, unterscheiden sich aber darin, wie tief Sie gehen können:
- n8n hat eigene KI-Agent-Knoten mit Tools, Gedächtnis und Vektordatenbanken, und Sie können jedes Modell anbinden – auch lokale Modelle auf Ihren eigenen Servern. Damit ist n8n die flexibelste Wahl für KI-Agenten und Retrieval-Workflows.
- Make bietet KI-Agenten und KI-Module im visuellen Editor. Das passt gut, wenn der KI-Schritt ein Teil eines größeren Geschäftsprozesses ist.
- Zapier setzt darauf, KI zugänglich zu machen: Agenten und KI-Aktionen, die auch Nicht-Techniker schnell über den riesigen App-Katalog hinweg einrichten.
Die entscheidende Frage lautet meist: Muss die KI mit sensiblen Daten arbeiten? Wenn ja, ist die Möglichkeit, die Workflow-Engine selbst zu hosten und ein lokales Modell zu nutzen, kaum zu schlagen.
- Neue Anfrage
- KI klassifiziert & extrahiert
- Daten aus dem CRM angereichert
- Weitergeleitet & beantwortet
- Im eigenen System protokolliert
n8n und DSGVO: Welches Tool ist am datenschutzfreundlichsten?
Für Unternehmen in der EU ist der Ort der Datenverarbeitung genauso wichtig wie der Funktionsumfang.
- n8n self-hosted läuft vollständig auf Ihren Servern – im eigenen Rechenzentrum oder in einer EU-Cloud. Workflow-Daten berühren den Anbieter nie. Das ist das sauberste Setup für personenbezogene oder vertrauliche Daten.
- Make bietet EU-Hosting-Regionen, was hilft – bleibt aber ein Cloud-Dienst. Sie brauchen also einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) und einen klaren Überblick über die Unterauftragsverarbeiter.
- Zapier ist ein US-amerikanischer Cloud-Dienst. Er lässt sich mit den passenden Vereinbarungen DSGVO-konform nutzen, doch die Daten laufen über Infrastruktur außerhalb Ihrer Kontrolle – was viele Compliance-Teams bei sensiblen Daten kritisch sehen.
Bedenken Sie: Die Automatisierungsplattform ist nur ein Glied der Kette. Schickt ein Workflow Kundendaten an eine Cloud-LLM-API, ist auch dieser Anbieter Auftragsverarbeiter. In Kombination mit einem lokalen Sprachmodell ermöglicht n8n self-hosted KI-Automatisierung, bei der keine personenbezogenen Daten Ihre Umgebung verlassen. Dies ist eine technische Einschätzung, keine Rechtsberatung – das finale Setup sollte Ihr Datenschutzbeauftragter freigeben.
Was bedeutet n8n self-hosted wirklich?
„n8n self-hosted ist kostenlos“ stimmt für die Lizenz, nicht für den Betrieb. Nach unserer Erfahrung braucht ein produktives Setup Folgendes – nichts davon ist exotisch, aber alles muss jemand verantworten:
- Einen Server. Typischerweise eine VM oder einen Container-Host im eigenen Rechenzentrum oder in einer EU-Cloud, betrieben mit Docker. Kleine Setups kommen mit moderaten Ressourcen aus; umfangreiche KI-Workflows und lokale Modelle brauchen deutlich mehr.
- Eine richtige Datenbank. n8n nutzt standardmäßig SQLite, für den Produktivbetrieb setzen wir auf PostgreSQL. Dort liegen Workflows, Zugangsdaten und die Ausführungshistorie – und die wächst schnell, wenn Sie sie nicht regelmäßig bereinigen.
- Reverse Proxy und TLS. Webhooks brauchen einen stabilen HTTPS-Endpunkt; der Editor sollte nicht ohne Zugriffskontrolle aus dem Internet erreichbar sein.
- Updates. n8n veröffentlicht häufig neue Versionen. Wir testen Updates auf einer Staging-Instanz und prüfen die Release Notes auf Breaking Changes, bevor wir die Produktion anfassen.
- Backups. Sichern Sie die Datenbank und den Verschlüsselungsschlüssel. Ohne den Schlüssel lassen sich gespeicherte Zugangsdaten nicht entschlüsseln – eine wiederhergestellte Datenbank allein reicht nicht.
- Monitoring. Verfügbarkeitsprüfungen, Alarme bei fehlgeschlagenen Ausführungen (ein Error-Workflow ist ein guter Anfang), Speicher- und Arbeitsspeicherauslastung.
- Queue Mode für hohes Volumen. Für hohen Durchsatz kann n8n im Queue Mode laufen: Eine Hauptinstanz nimmt Auslöser entgegen, Redis hält die Warteschlange, und separate Worker-Prozesse führen die Workflows aus. Worker lassen sich horizontal skalieren – um den Preis zusätzlicher Komponenten.
Manche Funktionen wie SSO und erweiterte Berechtigungen hängen von der n8n-Edition und Lizenz ab – prüfen Sie das, bevor Sie einen Rollout über mehrere Abteilungen planen. Kann niemand in Ihrem Team diese Aufgaben übernehmen, ist n8n Cloud oder ein von einem Partner betreutes Setup meist der bessere Weg. Wie wir das bei Kundeninfrastruktur angehen, beschreibt unsere Sicherheitsseite.
Welches Tool wählen wir für typische KI-Workflows?
Drei Workflows, die wir regelmäßig bauen, und die Plattform, die wir jeweils wählen würden – mit Begründung, denn Ihre Rahmenbedingungen können andere sein.
1. Lead-Anreicherung und Lead-Scoring
Ein neuer Lead kommt über ein Webformular. Der Workflow recherchiert Unternehmensinformationen, lässt ein LLM die Passung zu Ihrem idealen Kundenprofil zusammenfassen, schreibt Score und Zusammenfassung ins CRM und benachrichtigt den zuständigen Vertriebler. Das Volumen ist meist moderat, die Logik linear, und am wichtigsten sind gute native Konnektoren zu CRM und Chat-Tool.
Unsere Wahl: Make für die meisten Teams, Zapier, wenn eine nicht-technische Person aus dem Vertrieb den Workflow komplett selbst verantworten soll. Wechseln Sie zu n8n, sobald das Volumen wächst oder die Scoring-Logik komplex wird. Beachten Sie: Auch Kontaktdaten von Leads sind personenbezogene Daten im Sinne der DSGVO.
2. Rechnungs- und Dokumentenextraktion
Rechnungen kommen per E-Mail. Der Workflow extrahiert den Anhang, lässt ein Modell Lieferant, Beträge und Positionen auslesen, prüft Summen und Umsatzsteuerlogik, bucht saubere Belege ins Buchhaltungssystem und gibt Ausnahmen zur Prüfung an einen Menschen. Die Daten sind finanziell und oft vertraulich, und die Schleifen über Rechnungspositionen machen die Abrechnung pro Schritt teuer.
Unsere Wahl: n8n self-hosted, idealerweise mit einem lokalen Modell für die Extraktion – die Dokumente verlassen nie Ihre Infrastruktur, und Schleifen vervielfachen nicht die Rechnung.
3. Triage von Support-Tickets
Jedes eingehende Ticket wird nach Anliegen und Dringlichkeit klassifiziert, mit Kundendaten aus dem CRM angereichert und dann mit einem Antwortentwurf beantwortet, an einen KI-Agenten übergeben oder an das richtige Team geleitet. Das Volumen ist hoch, die Daten sind personenbezogen. Ein solcher Triage-Workflow läuft typischerweise auf n8n und bildet die Grundlage für einen KI-Support-Agenten, der Routineanfragen selbstständig löst.
Unsere Wahl: n8n, self-hosted oder in der n8n Cloud – je nach Sensibilität der Daten. Hohes Volumen plus Agentenlogik mit Gedächtnis und Tools ist genau das, wo n8n am stärksten ist.
Welche Nachteile hat jedes Tool?
| Plattform | Wichtigste Schwächen |
|---|---|
| n8n | Steilere Lernkurve; bei Self-Hosting sind Sie für Updates, Backups und Monitoring verantwortlich; kleinerer nativer App-Katalog (ein HTTP-Knoten deckt alles mit API ab) |
| Make | Große Szenarien werden schwer wartbar; Credit-Verbrauch bei Schleifen schwer vorherzusagen; kein Self-Hosting |
| Zapier | Teuer bei mehrstufigen Workflows mit hohem Volumen; begrenzt bei komplexer Logik; geringste Kontrolle darüber, wo Daten verarbeitet werden |
Keiner dieser Punkte ist für sich genommen ein K.-o.-Kriterium. Zum Problem werden sie, wenn Tool und Aufgabe nicht zusammenpassen – Zapier für schwere Datenverarbeitung oder n8n self-hosted in einem Team, in dem sich niemand darum kümmert.
Welches Tool passt zu welchem Team?
Die beste Plattform hängt weniger von Funktionen ab als davon, wer die Workflows baut und pflegt:
| Ihr Team | Typische Situation | Passt am besten |
|---|---|---|
| Fachabteilung ohne Entwickler | Einige einfache Workflows zwischen SaaS-Tools, verantwortet von Marketing oder Vertrieb | Zapier |
| Fachteam mit versiertem Power-User | Verzweigte Prozesse und Datenmapping, kein Wunsch nach eigenen Servern | Make |
| Team mit Entwickler, ohne Betriebskapazität | Komplexe oder KI-lastige Workflows, Daten nicht hochsensibel | n8n Cloud |
| Unternehmen mit IT oder Partner | Hohes Volumen, KI-Agenten, personenbezogene oder vertrauliche Daten | n8n self-hosted |
- Zapier für wenige einfache Workflows über viele SaaS-Tools, eingerichtet von Nicht-Entwicklern
- Make für visuelle, mittelkomplexe Geschäftsprozesse ohne eigene Server
- n8n für KI-Agenten, komplexe Logik, hohes Volumen oder sensible Daten
- n8n self-hosted, wenn Daten in Ihrer Infrastruktur bleiben müssen
- Tools nur mit klarem Grund mischen – jede weitere Plattform bedeutet mehr Wartung
In der Praxis landen die meisten unserer Projekte zur Prozessautomatisierung bei n8n – nicht, weil es immer das beste Tool ist, sondern weil KI-Workflows meist komplex werden, mit hohem Volumen laufen und sensible Daten berühren. Teams, die nur schnell ein paar Tools verbinden wollen, empfehlen wir gern Zapier oder Make.
Wie gelingt der Umstieg von Zapier oder Make auf n8n?
Ein Wechsel muss kein Big-Bang-Projekt sein. Wir migrieren Workflows meist in der Reihenfolge von Kosten und Risiko:
- Bestandsaufnahme. Alle Workflows mit Laufvolumen, Schritten pro Durchlauf, Kosten und geschäftlicher Kritikalität auflisten.
- Mit den teuren beginnen. Mehrstufige Workflows mit hohem Volumen bringen zuerst die größten Einsparungen.
- Parallel betreiben. Der neue Workflow läuft neben dem alten, bis die Ergebnisse übereinstimmen.
- Umschalten und überwachen. Die alte Version abschalten, Alarme auf der neuen aktiv halten.
- Einfache Zaps behalten, wenn sie funktionieren. Nicht alles muss umziehen – nur das, was sich lohnt.
Workflows lassen sich nicht eins zu eins aus Zapier oder Make nach n8n exportieren – rechnen Sie also mit einem Neuaufbau statt einer Konvertierung. Der Vorteil: Ein Neuaufbau ist ein guter Moment, doppelte Workflows zusammenzuführen und Schritte zu streichen, die niemand mehr braucht.
Unsicher, welche Plattform zu Ihren Prozessen passt? Buchen Sie ein kostenloses Gespräch – wir ordnen Ihre Workflows dem richtigen Tool zu.